Interview zum Sozialen Stadthaus Hersbruck

SozialesStadthaus-GrueneBesichtigung08.07.26

Stadtentwicklung. Vom Donut zum Krapfen – Bitte was?

Unsere GRÜNE Fraktion war am 08.07.2026 vor Ort, um sich ein Bild vom Stadthaus zu machen und sich die Vision von Herrn Kampe vor Augen zu führen. Wir haben Thomas gefragt, was er von dem Projekt hält und was die GRÜNEN sich davon versprechen.

„Dem Trend zu mehr und mehr Leerständen in der Innenstadt wird damit Einhalt geboten. Es entsteht ein neuer Ort der Begegnung und des sozialen Miteinanders und das mit Verbindung zur Vergangenheit der Stadt.“

Dr. Thomas Träg, GRÜNER Stadtratssprecher

Dr. Thomas Träg. Foto: Fotografie & Design Schneider

1. Thomas, was hat dich bei der Besichtigung des geplanten Sozialen Stadthauses in der Kirchgasse am meisten beeindruckt?

Die „geschichtliche“ Atmosphäre: Ich stehe in einem Raum, in dem während des 30jährigen Krieges (keine schöne Zeit, ich weiß), also vor fast 400 Jahren, Pferde für berittene Boten abgestellt wurden. Auch Holzbalken, die damals gefällt und eingebaut wurden, sind zu erkennen. Zugleich soll dieses Haus wieder eine Zukunft haben, eine „friedliche“, mit Begegnung, schönem Arbeiten und Wohnen. Die Diakonie plant verschiedene Nutzungen.

2. Warum braucht Hersbruck aus deiner Sicht so einen Ort überhaupt?

Vielleicht ist es nicht ein „must have“, eher „wie Blumen auf dem Tisch“ – Dem Trend zu mehr und mehr Leerständen in der Innenstadt wird damit Einhalt geboten. Es entsteht ein neuer Ort der Begegnung und des sozialen Miteinanders und das mit Verbindung zur Vergangenheit der Stadt.

3. Im Zusammenhang mit dem Projekt fiel das Bild vom „Krapfen statt Donut“ – also einer Innenstadt mit Leben im Zentrum. Was bedeutet das?

Wir erleben, wie mehr und mehr Aktivitäten an die Ränder der Städte wandern und dabei die Mitte im wahrsten Sinne des Wortes leer wird – wie ein Donut. Der Krapfen – dem Franken sowieso mehr vertraut – hat das „Leckere“ in der Mitte. Ein schönes Bild für Hersbruck, wie wir es uns wünschen würden – viel Aktivität, kurze Wege, Begegnung im Zentrum.

4. Das Gebäude verbindet Denkmalschutz mit Zukunftsthemen wie der geplanten Fernwärmeversorgung. Ist das ein Beispiel dafür, wie Klimaschutz und der Erhalt historischer Bausubstanz zusammengehen können?

Herr Kramp hat beim Treffen schon deutlich gemacht, dass diese Ziele nicht zum Nulltarif zu haben sind, aber auf lange Sicht viel mehr Sinn machen als schnelle Renovierungen, wie sie andernorts anzutreffen sind. Und es kann sich ja wechselseitig befruchten, wenn beispielsweise andere Hauseigentümer sich der Fernwärme anschließen wollen. Also: eine deutliches JA.

5. Auch unser GRÜNER Stadtrat wird sich mit dem Projekt beschäftigen. Worauf werden wir achten?

Es freut uns, dass unser positiver Eindruck von dem Vorhaben offenbar auch von allen anderen Fraktionen geteilt wird. Insofern wird uns die Begleitung des Projekts leichter fallen, und wir können gemeinsam an einem Strang ziehen. Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Klimaresilienz werden dabei auch für uns wichtige Prüfsteine sein.

Soziales Stadthaus - Besichtigung der GRÜNEN am 06.07.2026.
Michael Kampe vor dem Socialem Stadthaus.
Foto: Dr. Thomas Träg
Soziales Stadthaus - Besichtigung der GRÜNEN am 06.07.2026.
Besichtigung der GRÜNEN Hersbruck. Foto: Dr. Thomas Träg

Danke Thomas für die kurze Rückmeldung zur Besichtigung am Montag. Wir freuen uns darauf das Projekt weiter begleiten zu dürfen und werden ab und an davon berichten.


Vielen lieben Dank an Herrn Michael Kampe für seine Zeit und Geduld mit unseren Fragen zum Projekt.

Weitere Informationen zum Sozialhaus Hersbruck findest du u.a. auch in den Nachrichten:
https://www.nn.de/region/nuernberger-land/soziales-stadthaus-in-hersbruck-stosst-auf-grosses-interesse-1.15181270

Innovative Heiztechnik mit Eis…